
Kronen Zeitung
„PLAY FAIR CODE“
Ein unmoralisches Angebot mit großen Folgen
Österreich sagt mit dem „Play Fair Code“ der Wettmafia den Kampf an. Schulungen starten bereits im Nachwuchs. Viele illegale Asien-Anbieter drängen vor.
Nach dem Wettskandal in der Türkei kracht es im Land eines zweiten WM-Starters! In Tschechien wurden nach dreijährigen Ermittlungen bei der größten Fußball-Razzia in der Geschichte des Landes mehr als 40 Personen festgenommen, betroffen sind Kicker und Schiedsrichter, sogar Nachwuchspartien sollen manipuliert worden sein.
Grund genug, um die Frage zu stellen, was in Österreich passiert, um Manipulationen zu verhindern. Die „Krone“ besuchte deshalb die Verantwortlichen vom Play Fair Code, die sich genau dafür einsetzen. In Form von unzähligen Schulungen, die bei den 15-Jährigen beginnen, alle für Wetten relevanten Sportarten (Fußball, Handball, Tennis, Basketball) und auch Schiedsrichter und Funktionäre umfassen.
„Wenn du einen jungen österreichischen Sportler fragst, wie oft er bei uns in einer Schulung war, wird er sagen: ,Sehr oft!‘ Aber wir wollen ganz bewusst immer wieder, lieber einmal zu oft, unsere Sportler mit diesen Themen bestrahlen“, sagt Ex-ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, der mit Severin Moritzer den (vom Sportministerium unterstützten) Play Fair Code führt. „Zwei Drittel der jungen Tennisspieler sagen, dass sie schon einmal angesprochen wurden, ob nicht was geht. Alle sollen wissen, was auf dem Spiel steht!“
„Echtes Leuchtturmprojekt“
Denn wer einmal mitmacht, ist in der Hand der Kriminellen. Legendär die Aussage eines Mafiosos, der schließlich die Seiten wechselte, dann als Aufklärer arbeitete. Über einen gekauften Baseball-Spieler meinte er: „Wenn er nicht pariert, brechen wir ihm halt die Hand.“ Der einfachste Weg wäre, wenn absurde Wetten auf Testspiele oder Partien im Nachwuchsbereich gar nicht möglich wären. „Aber wer trotzdem darauf wetten will, findet einen Weg, in Asien und in der Karibik sitzen unzählige illegale Wettanbieter, bei denen man quasi ohne Einsatzlimit wetten kann“, weiß Stickler. Also bleibt vor allem die Aufklärung, die Prävention. „Und da haben wir es in Österreich geschafft, uns international als echtes Leuchtturmprojekt zu positionieren.“
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